Richard Schwarz

English?

U-Bahn in der City of Names

Marianenplatz in Kreuzberg
29.07.2005 - 04.09.2005

In dem von der Gruppe Jazzstylecorner initiertem Projekt konstruierte ich mit zusammen mit Roger, Relax und Ringo eine U-Bahn mit 2 Waggons, sowie das dazu gehörige Gleisbett. Die Gruppe CBS bauten uns unseren "Haupbahnhof", den Rosenthaler Platz. Die Zuglinie, erdacht als Nord-Süd Verbindung zwischen CBS-Kapelle/Stundenhotel und CAF-Wachturm/Graffiti-Museum, fungierte als eine der Hauptattraktionen der City Of Names, als der Kinderspass schlechthin.

Zur Idee:

Writing ist ohne den städtischen Nahverkehr undenkbar. S- und U-Bahn Züge besitzen dabei eine ganz besondere Funktion. Traditionell transportieren sie, durch Sprühlack angebrachte Schriftzüge durch den urbanen Raum, quer durch die Stadt. Genau dort liegt der besondere Reiz eines Zuggraffiti. Eine Graffitistadt ohne U-Bahn war für uns nicht vorstellbar. Der Betrieb erfolgte durch Handantrieb, 2 Lokführer zogen und schuben den Zug durch die City.

Technische Daten:
Zug:
- ca. 1,70m Höhe, 3,80m Gesamtlänge
- 2 Waggon bestehend aus je 2 aufgeschnittenen Einkaufswägen, und je einem Holzgerüst.
- Waggongs durch 2 Metallrohre aneinander gekoppelt
- Aussenwände/Dach aus Holzplatten(dunkelbraun lackiert) und Aluminium-Wellblech (org. farbend)
- Innenraum mit Stoff und Polstermaterial ausgekleidet, Wände goldfarben bezogen, Sitze blau

Gleis:
- ca. 30m Länge
- zwei Führungschienen
- Materialien: Holz, Pressspan, Gleisfett
- gegen Verwitterung mit Dachlack (Bitumen) imprägniert

Siehe auch unter der Rubrik
Videos/Hartmops1.


Vom 30.09. - 06.10.2005 war der Zug Teil der City of Names Austellung auf dem 2. Berliner Kunstsalon. Rundfahrten erfreuten dort allerdings eher kaum die Gemüter. Siehe Ausstellungen/2. Berliner Kunstsalon.

zur City of Names:

Nach einem Konzept von Zasd/Jazzstylecorner baute eine Gruppe von über 60 Writern und Strassenkünstlern aus 9 verschiedenen Ländern, in einem Zeitraum von 3 Wochen auf dem Mariannenplatz in Berlin Kreuzberg, die "Stadt der Namen". Einfach gesagt entstand aus viel Holz, Schrott, Müll und Farbe ein
knallbuntes Holzhütten-Buchstaben-Dorf, mit einer Grundfläche von weniger als 1000 m2 und trotzdem voll ausgestattet mit einem Teich einer
Kapelle, einem Wachturm, einer U-Bahn mit 2 Bahnhöfen, einem Museum, der Buslinie 126 mit Bushaltestelle, einer Post, Stadttoren, Strassen, einem
Hotel,einem Traumzelt, einem Wellnessbereich, Elektrizität und Licht, einem Stadtplatz dem "Urban Jürgen-Platz", sowie einem asiatischen stehts bereitem
Wachschützer. Öffentlich als das Highlight der Streetart Ausstellung Backjumps - The Live Issue#2 gefeiert, war die City of Names vom 29.7. bis 4.9.2005 geöffnet und wurde zu einem gigantischem Kindespielplatz umfunktioniert.

Die City of Names entstand in Zusammenarbeit mit Backjumps - The Live Issue#2 und dem Kunstraum Kreuzberg/Bethanien.

Zasd über die City of Names:

Das Projekt „Stadt der Namen“ (City of Names) der Gruppe JAZZSTYLECORNER wurde im Jahre 2004 zum ersten Mal im schwedischen Göteborg durchgeführt. 20 von mir eingeladene Berliner Schreiber reisten gen Norden, um die erste
„Stadt der Namen“ aufzubauen. Das Konzept ist so angelegt, daß die „Stadt der Namen“ in jeder großen Stadt der westlichen Industrienationen aufgebaut
werden könnte, denn fast überall gibt es Stadtschreiber und Sperrmüll. Sprüher, die normalerweise die Oberflächen der Stadt beschriften, die
ihnen nicht gehören werden die immer währende Umformung des öffentlichen und privaten Raumes ist ein globales Thema. Der jeweilige „Stadtbau“ führt zu
alternativen Erfahrungen, so wird in Berlin eine völlig andere Situation herrschen als für den „Stadtbau“ in Göteborg. Die „Sprache“ des 21. Jhdts ist die „Stadt“. Die große Mehrheit aller
lebenden Menschen lebt in Städten. Die Strassen und Häuser, die Menschen, die Geschäfte und Unternehmen und der Verkehr einer Stadt sind intensiv vernetzt zu allen anderen Städten mit ihren Strassen, Häusern, Menschen,
Geschäften und Verkehren.
Vor dem Bau der Stadt der Namen stellte ich mir einige Fragen:
Wie wird der Raum in den Städten genutzt und verwaltet?
Wie wird der Raum kontrolliert?
Welches sind die global verständlichen Zeichen in den Städten, welches sind
regionale Zeichen und inwieweit sind sie global verständlich?
Wie funktionieren Städte im Vergleich?
Die wirtschaftliche Erschließung der Städte durch die großen, weltweit agierenden Unternehmen, verbindet die Konsumenten, denn sie alle kaufen ähnliche Dinge, sie alle werden durch ähnliche Mittel manipuliert. Ist die wirtschaftliche Orientierung und Kontrolle ein Gegenstand, der alle darunter „Leidenden“ vereint, und trägt diese Vereinigung dazu bei eine entgegengesetzte und insbesondere alternative Sprache hervorzubringen? Ist das Wesen dieser Kontrolle, jeden Einzelnen so stark zu schwächen, daß
freier Raum immer weiter wegfällt und in intensiv konsumorientierten Raum umgewandelt wird und das Bewusstsein und die Wertschätzung für den freien oder freieren Raum verschwindet? Oder umgekehrt: entwickelt sich dieses Bewusstsein gerade durch den Mangel an freiem Raum? Welche Unterschiede weist ein Hamburgerschnellrestaurant in Berlin auf im Vergleich zu einem Hamburgerschnellrestaurant in Colombo und wie wird die Küche der „Stadt der Namen“ in Berlin aussehen, wie würde sie in New York
aussehen?


Teilnehmer insgesamt: über 60 Personen aus 9 Ländern
Urban Jürgen, CBS, Ehso, Trick17, Nalk Ivique, Graffitimuseum, Fiona, Dogma, Cream, 247Crew, Akim, Brom, Nemo, Bus 126, Fiona, Trick, Wax, Try, Jolie, Mizwa, Mony, Cost, Nick, Krok, Des, Aris, Spin, Monkey, Brom, Ozean, Poet, Phos, Kripo, Drama, Babbo, Thief, Roger,Pegasus, Angst, Poe, Relax, Bosom, Mika, KHC, Richard
Schwarz, Idee, Danieal Nickau, Hesht, Inka, CAF Crew, Kobolt, Steak, NiceRob, Boe, Moto, Richard Koch, Christian Marien, Mr. Mucho (NOR), Freaksgallery (DK), Armsrock (DK), Point (CZ), Mind (CZ), Saint
(UKR), Lodek(UKR), Suzi Chang (USA), Meira Ahmemulic (SE), Betty Lang (F), Zasd (D)
Filmteam: Ariston Anderson (USA), Domink Gehring & Tobias Kaufmann (CH), Irati (E)und mehr....

Unzählige Kinder waren nach der Fertigstellung vor Ort.

Jazzstylecorner.com

Backumps.org


Fotos auf Flickr unter City of Names.















CBS Kapelle und U-bahn im Aufbau
Foto: Lutz Henke
im Zug
im Tageslicht, Foto: Jürgen Grosse
Foto: Lutz Henke